Représentation et distance

« (…) Nous pouvons aussi comparer la société à un feu auquel le sage se chauffe, mais sans y porter la main, comme le fou qui, après s’être brûlé, fuit dans la froide solitude et gémit de ce que le feu brûle. »

– A. Schopenhauer (Aphorismes sur la sagesse dans la vie, 1880)

Établir la distance non pas par prudence a priori ; cette volonté de distance nait de l’expérience. Une certaine distance, froide mais magnanime, permet de percevoir l’homme en société de manière plus juste; l’individu se fond dans la masse humaine inextricable. Ainsi, j’évite d’énoncer des platitudes pour plaire au prochain, d’agir par connivence plutôt que par la raison. Je préfère concevoir l’homme dans son interaction avec autrui. Cet acte est tout sauf stérile ou hermétique !

Pas de misanthropie donc ; loin de moi toute idée néfaste et contre-productive ! Distance par autoprotection, connaissant mes propres faiblesses. Distance finalement, pour protéger autrui de l’injustice de décisions tendancieuses. Distance physique, surtout.

Je ne suis pas franchement adepte de l’aspect purement représentatif, les bains de foule m’importent peu ; pas de garantie quant à ma présence à un quelconque évènement.

La joute verbale, la confrontation argumentée, l’échange, la remise en question, en bref : le débat, observable de tous, demeure la seule vraie forme de représentation politique qui me convienne.

Au plaisir de pouvoir débattre avec quiconque le désire et le peut… à l’abri du brouhaha.

À bon entendeur,

S.P.S.

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Herkunft, Kultur und andere Beleidigungen

Es wird der scheinheiligen Moralperson allzu einfach gemacht seinen Nächsten fürs eigene Gedankengut in Sachen Herkunft und Identität ins Verderben zu stürzen: schnell zückt man den Stempel des Rassismus‘, der bei jeder Anwendung ergonomischer wird. Bei dieser modernen Hexenjagd – die vom politischen Genus abgesegnet ist – werden ursprünglich liberale Konzepte durch systematisches, restriktives Einsetzen dermaßen defraudiert dass sie zu regelrechten Kriegserklärungen werden, gerichtet gegen jene, die lose Weltbilder mit dem Kies der eigenen Kultur zu befestigen versuchen. Was heute als übler Kultur-Chauvinismus durchgeht, war Jahrhunderte lang das farbenprächtigste Aushängeschild der menschlichen Vielfalt: die Herkunft, die eine vom Zeitraum abhängige Anzahl konkreter Ausdrücke bietet aus denen die kulturelle Identität entspringt, dieses teils sichtbare, spürbare Irgendwas, dem Werturteile zwar naheliegen ohne wünschenswert zu sein, das nur Erkennungszeichen sein möchte, doch leider des Öfteren Brandmarke ist. Diese Identität ist unschuldig im Sinne einer inhärenten Provokation, bietet jedoch durch die unzähligen, uneinheitlichen Aspekte die sie ausmacht genügend Angriffsfläche für schlechtgesinnte Wortmacher und wohlwollende Kulturverteidiger zugleich.

Dem aufgeklärten Protektionisten geht es also beileiben nicht darum, den Kultur-Unterschied als Grenze einzusetzen, die Werturteile ermöglicht. Er weiß nur allzu gut um das zerbrechliche Mischverhältnis der Kulturen: Er erhebt den Anspruch, sein Erbe zu erhalten auf das sein Ausdruck im Falle der Kulturkonfrontation (und möglicher anschließender Verinnerlichung) stets klar zu erkennen ist; dies kommt in der modernen Weltanschauung leider einer Negierung alternativen Kulturen gleich, da man diese Mischung als Dauerzustand versteht, obgleich die Wirklichkeit wohl eher an eine Emulsion erinnert, die nur mit der Bindung unerlässlicher Mühe zusammenhält.

Ein von der Fehlinterpretation des Toleranz-Konzeptes eingehauchtes Unbehagen gilt es auszumerzen: Die Diktatur der Schwarz-weiß-Malerei des latenten Barhocker-Humanismus nimmt dann ein Ende, wenn man Kultur-Toleranz als die Freiheit versteht, andere Kulturausdrücke nach eigenem Ermessen wahrzunehmen und gegebenenfalls zu internalisieren. Ist eine nuancenlose Verurteilung herkunftsstolzer Personen nicht dem arbiträren Phänomen des Rassismus‘ gleichzustellen?

Das Konzept des Nationalstolzes bedarf einer neuen Interpretation, gar einer neuen Benennung ohne Vorbelastung, die im Geiste der offenen Kulturidentität die keineswegs restriktive oder widersinnige Koexistenz von Kulturprotektionismus und Kulturtoleranz erst ermöglicht. Die Wahl der zu assimilierenden Kulturausdrücke darf nicht als bloßes Werturteil angesehen werden, und hat mannigfaltige Gründe: von einfacher Sympathie, einem Bauchgefühl also bis zu beinhartem Pragmatismus ist alles geboten und alles erlaubt. Und so wird aus der widerwärtigen „Melting Pot“-Pampe das gefürchtete „Salad Bowl“, dieses gottlose Ding das nicht auf ein Aufgeben der eigenen Identität pocht und hofft das sämtliche Einflüsse gleich einem Schwamm aufgesogen werden, sondern die eigene Farbenpracht durch Kontrastierung noch weiter unterstreichen möchte.

Ach… eigentlich hatte ich bloß Lust zu schreiben!